Gerade erst am Dienstag ist sie aus Schweden zurückgekehrt, nun steht bereits die nächste sportliche Herausforderung an: Die Cappelnerin Janne Meyer hat mit der B-Jugend-Bundesligamannschaft von Werder Bremen beim hochklassig besetzten Turnier in Lund den B-Finalsieg gefeiert. Viel Zeit zum Durchatmen bleibt der 15-jährigen Torhüterin aus Bokel rund um den Jahreswechsel allerdings nicht.
Bereits ab Samstag wartet die wohl sportlich wertvollste Aufgabe ihrer jungen Kariere auf Janne (Foto rechts: Zusammen im Werder-Trikot und in der HVNB-Auswahl: Janne Meyer und Mayra Fark). Dann reist sie zum Trainingslager der Landesauswahl des Jahrgangs 2010 nach Hildesheim. In vier intensiven Tagen bereitet sich das Team auf den Deutschland-Cup vor – die inoffizielle „Deutsche Meisterschaft“ der Landesverbände und zugleich die höchste Fördermaßnahme auf Landesebene.
Der Deutschland-Cup startet am Donnerstag in Hannover, gespielt wird parallel in vier Hallen. Insgesamt 16 Landesverbände kämpfen um den Titel. Das Team des HVNB trifft in der Vorrunde zunächst auf Hamburg (Donnerstag) sowie am Freitag auf Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern. Am Samstag folgen die End- und Platzierungsspiele, ehe am Sonntag der Finaltag ansteht. Mehr zum Turnier unter https://hvnb-online.de/deutschland-cup/
Der Deutschland-Cup gilt nicht nur als sportlicher Höhepunkt, sondern auch als zentrale DHB-Sichtungsmaßnahme. Im Anschluss übernimmt der Deutsche Handballbund einen Teil der besten Spielerinnen zur weiteren Förderung – ein weiterer möglicher Schritt in Richtung Nationalmannschaft.
Während ihres kurzen Heimaturlaubs stellte sich Janne zudem den Fragen aus dem eigenen Verein: SVC-E-Jugend-Spielerin Carolin nutzte die Gelegenheit und führte ein Interview mit der erfolgreichen Torhüterin, die neben der Bundesliga-Aufgabe in Bremen auch in der Regionalliga-A-Jugend des TV Cloppenburg spielt.
Interview: SVC-E-Jugend-Spielerin Carolin im Gespräch mit Janne Meyer
Carolin: Wann hast du mit dem Handball angefangen – und warst du von Anfang an Torhüterin?
Janne: Ich habe bei den Minis in Cappeln angefangen, da war ich fünf Jahre alt. In den ersten Jahren haben wir auf allen Positionen gespielt und regelmäßig durchgewechselt. Erst in der E-Jugend habe ich dann dauerhaft meinen Platz im Tor gefunden.
Carolin: Warum hast du Cappeln verlassen? Ist es bei Werder Bremen besser zu spielen als in Cappeln?
Janne: Mir ging es vor allem darum, mich sportlich auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln. Die Möglichkeit, in der Jugend-Bundesliga zu spielen, war dafür der nächste wichtige Schritt.
Carolin: Könntest du dir vorstellen, irgendwann wieder für Cappeln zu spielen?
Janne: Auf jeden Fall. Viele meiner Freunde spielen ja hier, und Cappeln bleibt immer mein Heimatverein. Im Moment lässt sich das mit meinem sportlichen Weg aber leider nicht verbinden.
Carolin: Hast du als Torhüterin keine Angst vor harten Würfen?
Janne: Nein, eigentlich nicht. Natürlich tut es manchmal weh, aber das gehört für mich einfach dazu.
Carolin: Würdest du auch gerne mal im Feld spielen?
Janne: Nein, eher nicht – das wäre mir ehrlich gesagt viel zu anstrengend. Im Tor fühle ich mich am wohlsten.
Carolin: Hättest du gedacht, dass du es schon so weit schaffen würdest?
Janne: Ganz ehrlich: Bis vor einem Jahr ganz sicher nicht. Das alles ging dann doch ziemlich schnell.
Carolin: Was sind deine Ziele für die Zukunft im Handball?
Janne: Ich möchte mich weiterhin in der Jugend-Bundesliga behaupten und hoffe, dass ich danach auch im Erwachsenenbereich auf hohem Niveau weiterspielen kann.
Carolin: Würdest du mit jemand anderem dein Handballleben tauschen wollen?
Janne: Eigentlich nur mit jemandem, der näher an Bremen wohnt. Die vielen Fahrten gehören zwar dazu, sind aber schon anstrengend.
Carolin: Glaubst du, dass eure Auswahl beim Deutschland-Cup in Hannover den ersten Platz erreichen kann?
Janne: Mal schauen. Wir gehen in jedes Spiel mit der Einstellung, dass wir jeden Gegner schlagen können – und dann sehen wir, wie weit es reicht.
Carolin: Wird es nicht langweilig, wenn man bei Auswärtsfahrten den ganzen Tag im Bus sitzt, zum Beispiel nach Berlin, Frankfurt (Oder), Flensburg oder den Landkreis Rügen?
Janne: Eigentlich nicht. Wir schlafen viel, hören Musik oder spielen gemeinsam etwas – langweilig wird es selten.
Carolin: Vielen Dank. Viel Glück in der Zukunft. Wir sehen uns ganz sicher bald wieder.
Früh übt sich: Janne vor einigen Jahren bei einem Handball-Camp

